News


03.05.18 Neue Therapieansätze bei Multipler Sklerose (MS) und Amyotropher Lateralsklerose (ALS)

Multiple Sklerose (MS) und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) sind neurodegenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) mit schwerwiegenden Auswirkungen auf betroffene Patienten. Die MS kann mit ausgeprägter Behinderung einhergehen; die ALS führt in der Regel zum Tod. Die Suche nach Ursachen, die einerseits multifokale Entzündung im ZNS bei MS bewirken, andererseits bei der ALS die Zerstörung von Motorneuronen einleiten, ist bislang nicht von Erfolg gekrönt.

Es konnte nun aber eine neue Kategorie von pathogenen Komponenten beschrieben werden, die gegebenenfalls das Potential haben, neue Erklärungs- und Therapieansätze zu liefern. Dabei handelt es sich um sogenannte menschliche endogene Retroviren (HERVs für Human Endogenous Retroviruses), die normalerweise in menschlichen Genomen ruhen und unter bestimmten Umständen aktiviert werden können.

Die aus einer Aktivierung resultierende Produktion von viralen Hüllproteinen aus HERV-W und HERV-K scheint pathophysiologische Prozesse zu initiieren, die zur Ausbildung von MS bzw. ALS führen. Die jüngsten Erkenntnisse zum Thema HERVs und neurologische Erkrankungen sind nun in einem neuen Übersichtsartikel im renommierten Journal Trends in...


23.03.18 Wirkstoffkandidat gegen Alzheimer-Krankheit geht in die „Klinische Phase-I-Studie"

Ein erster Meilenstein auf dem Weg in die Anwendung ist erreicht: Der Wirkstoffkandidat PRI-002 zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit hat die Zulassung für die „Klinische Phase-I-Studie“ erhalten. An einer unabhängigen Klinik und unter strengen Auflagen wird das potenzielle Alzheimer-Medikament nun zunächst auf seine Sicherheit im Menschen geprüft. Entwickelt wurde der Wirkstoff am Forschungszentrum Jülich (FZJ) und der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf (HHU). Im September 2017 gründete sich die Priavoid GmbH aus dem Forschungszentrum Jülich aus, um den Wirkstoff in Richtung Marktreife zu führen.

Prof. Dr. Dieter Willbold, Gründer der Priavoid GmbH und Leiter des Instituts für Physikalische Biologie der HHU sowie Direktor des Jülicher Instituts für Strukturbiochemie sagt: „Dieser Schritt ist nicht nur spannend, sondern auch anspannend. Denn erst die klinische Studie wird zeigen, ob es nicht doch unerwartete Nebenwirkungen im Menschen gibt. Sind wir hier auf der sicheren Seite, kommt erst der nächste Schritt, bei dem sich zeigen muss, ob die Substanz im Mensch gegen Alzheimer wirkt."

Bereits vor der klinischen Phase-I wurde der Wirkstoff umfangreich getestet. „Die erforderlichen...


10.03.18 Multiple Sklerose: Internationales Panel veröffentlicht neue Diagnosekriterien

Durch das vielfältige Erscheinungsbild der Multiplen Sklerose war es lange Zeit schwierig, diese entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark von anderen Erkrankungen abzugrenzen. Jetzt sind in der international renommierten Zeitschrift Lancet Neurology die aktuellen McDonald-Kriterien neu formuliert worden.

Die Multiple Sklerose ist die häufigste entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark. Weltweit sind etwa 2,5 - 3 Mio. Patienten betroffen. Die Häufigkeit hat in den letzten zwei Jahrzehnten global eindeutig zugenommen. Verschiedenste Areale des zentralen Nervensystems können betroffen werden.  Entsprechend vielfältig sind die neurologischen Symptome: Missempfindungen, Sehstörungen, Gangstörungen, Koordinationsstörungen, Blasenstörungen, Sexualfunktionsstörungen, rasche Ermüdbarkeit („Fatigue“), kognitive Beeinträchtigungen. Durch dieses bunte Erscheinungsbild war es lange Zeit schwierig, die Multiple Sklerose von anderen Erkrankungen abzugrenzen. Jetzt sind in der international renommierten Zeitschrift Lancet Neurology die aktuellen McDonald-Kriterien neu formuliert worden.

In den sieben Jahren nach Publikation der Vorläufer-Kriterien gab es weitere Fortschritte in der Charakterisierung...


07.03.18 Alzheimer-Diagnostik und mehr: Neue Ausgründung attyloid nimmt Proteinaggregate ins Visier

Vor wenigen Tagen hat sich die neue Firma „attyloid GmbH“ aus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) ausgegründet. Die beteiligten Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der winzige Proteinaggregate mit bisher unerreichter Empfindlichkeit gemessen werden können. Die „sFIDA“ genannte Technologie kann zum Beispiel zur Frühdiagnostik neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer genutzt werden. Auch zur Qualitätskontrolle von Biopharmazeutika wie Enzymen und Antikörpern ist sie geeignet. Die Entwicklung der sFIDA-Technologie wurde durch das VIP-Programm des Bundesforschungsministeriums (BMBF) gefördert. Für die Ausgründung erhielten die Forscher Unterstützung durch das Helmholtz Enterprise Programm und sie werden gegenwärtig durch das Programm „START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW“ unterstützt.

Mehr als 1,2 Millionen Menschen in Deutschland leiden an der Alzheimerschen Demenz. Bislang konnte noch kein wirksames Mittel gegen die Krankheit gefunden werden. Ein Grund dafür liegt auch in der Diagnostik: Meist wird die Krankheit erst im Spätstadium erkannt, wenn die Schädigung des Gehirns bereits weit fortgeschritten ist. Der Labortest „sFIDA“ der attyloid GmbH...


01.03.18 Auch Patienten mit parkinsontypischen Verhaltensauffälligkeiten profitieren von Tiefer Hirnstimulation

In einer aktuellen Publikation in The Lancet Neurology berichten die Autoren des Deutsch-Französischen Forschungsverbundes, aus Düsseldorf Prof. Dr. Alfons Schnitzler und PD Dr. Lars Wojtecki, über die Wirkung der Tiefen Hirnstimulation bei verhaltensauffälligen Parkinson-Patienten.

Verhaltensauffälligkeiten bei Parkinson Patienten sind verbreitet und oft direkt abhängig von der therapeutisch notwendigen Medikation, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen muss. Dass Patienten mit Bewegungsstörungen bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung von der Tiefen Hirnstimulation profitieren, hatte 2013 bereits die EARLYSTIM-Studie gezeigt. Bleibt der Effekt der Tiefen Hirnstiumulation aber positiv oder schadet sie eher, wenn Patienten gleichzeitig krankheitstypische Verhaltensauffälligkeiten zeigen? Zu dieser Frage liefert die Publikation eines deutsch-französischen Forschungsverbunds in dem renommierten Fachjournal „The Lancet Neurology“ nun einen wesentlichen Beitrag und trägt damit zur Klärung bei (EARLYSTIM-Folgestudie).

Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten Krankheiten des Nervensystems weltweit. In Deutschland geht man von einer Gesamtzahl von ca. 220.000 Parkinson-Patienten aus. Auf Grundlage der...


Treffer 1 bis 5 von 106

Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein.
Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenNeuroscience Network Düsseldorf